Ein ganzes Jahr schon wieder daheim – Rückblick, Ausblick, Rundumblick

Ist es tatsächlich schon über vier Monate her, dass ich was geschrieben habe? Es ist krass, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man arbeitet, und vor allem, wie wenig Zeit man den Tag über hat, um einfach so mal nichts zu tun. Das waren auf der Reise die Zeiten, in denen ich mir die Zeit genommen habe, Blogartikel zu schreiben, die Fotos dazu hochzuladen, mal längere individuelle Emails an euch zu schreiben. Und jetzt, ich mach den Rechner kaum noch an… Dazu muss ich mich einfach entspannt fühlen und darf nicht müde sein und frieren. Aber noch ist hier trotz April irgendwie Winter, das hilft nicht.

Aber genug gejammert, in den den letzten 4 Monaten ist doch auch etwas passiert. Ich bin klein und groß verreist, und ich habe den Jahrestag meiner Rückkehr begangen.

Fangen wir mit der kleinen Reise an. Nach Weihnachten bin ich für ein paar Tage nach Meiningen und Suhl gefahren. Meine Großeltern kommen aus Suhl. Ich war das letzte Mal vor mehr als 25 Jahren dort, dann sind sie hier nach Brandenburg gezogen. Also hat es mich schon sehr interessiert, wie es dort inzwischen aussieht und ob ich irgendetwas wiedererkenne. Und in Meiningen gab es einfach die günstigere Unterkunft. Und, was ich vorher nicht wusste, wahnsinnig viel Geschichte, ein schönes Schloss und ein hervorragendes Theater. Aber auch Suhl ist wirklich schön, insbesondere die Landschaft drumherum.



Suhl hat sich schon sehr verändert, aber ein paar Orte habe ich doch noch wieder erkannt. Und die guten Thüringer Klöße schmecken immer noch wie bei Oma.

Und wenn man so die Ferne erkundet, kann man seine neue Heimat ja auch noch etwas besser kennenlernen. Cottbus ist wirklich sehr sehr schön, sogar im Winter. Wusstet ihr, dass der Fürst Pückler, ja der vom berühmten Fürst Pückler Eis, über dessen Namensgebung ich noch nie nachgedacht hatte, hier in Cottbus lebte? Genauer gesagt im Schloss im Branitzer Park. Das Eis wurde ihm übrigens gewidmet, er hats nicht selbst erfunden.

Und dann habe ich mein Einjähriges gefeiert – am 27.2. war ich genau ein Jahr wieder zurück. Was ja immer ein guter Anlass ist um zurück zu denken und voraus zu schauen. Aber dazu hatte ich gar nicht so viel Zeit, weil ich habe gerade über dieses Datum herum meinen ersten großen Urlaub nach der Reise getätigt. Aber das war ein ziemlicher Kraftakt, den zu organisieren. Denn ich war wie paralysiert von der schieren Anzahl potenzieller Orte, die ich sehen will, Freunde die ich besuchen will und der wirklich kurzen Zeit, die mir dafür zur Verfügung stand – 3 Wochen… Ok, das mag für den Arbeitenden Menschen hier schon fast lang klingen, aber auch nur zu planen, wenn ich an einem Ort lande – ganz zu schweigen davon, welcher dies sein könnte -, wo ich 3 Wochen später sein kann, und was und wen ich alles dazwischen sehen will, und wieviel Zeit ich mir für alles geben will und kann, hat mich einfach überfordert. Ich habe immer gehadert zwischen „gemütlich, entspannt, Sonne, einige Freunde treffen, einfach in der Hängematte liegen und wenn man Lust auf einen Ortswechsel hat, geht’s weiter“ und „die Zeit so gut wie möglich nutzen, viel Neues sehen, viel erleben, trotzdem viele Freunde besuchen“. Ich habe mich dann für ersteres entschieden, und das war schon komplex genug. Denn auch dazu gehört eine detaillierte, mindestens wochengenaue Planung und Vorbuchung von Flügen – etwas, von dem ich mich irgendwie während meiner langen Reise total gelöst habe, aber nun wohl doch wieder muss. Also, es ging in mein liebstes asiatisches Land – Indonesien. Dafür gab es mehrere Gründe: gute Freunde, die ich vermisse, gutes Wetter, gutes, scharfes Essen und – sollte ich doch ein Rappel bekommen und neue Dinge sehen wollen – noch sehr viel zu entdecken, auch ganz in der Nähe der Freunde, die ich besuchen wollte. Ok, aus den neuen Dingen ist irgendwie nicht so viel geworden, dafür um so mehr Entspannung, Essen, Hängematte, Freunde. Und angefangen habe ich mit einer Beschäftigung, die ich immer wieder tun kann: Tiere – hier Orang Utans auf Sumatra – in freier Wildbahn beobachten. Und am wirklich letzten Tag habe ich tatsächlich doch noch ein touristisches, für mich neues Highlight besucht – den Wasserpalast in Yogyakarta. Dazwischen habe tatsächlich hauptsächlich gegessen und entspannt.





Und ja, ein bisschen habe ich auch über meine Prioritäten im Leben nachgedacht – also der Vergleich des Lebens hier in Deutschland zum Leben „unterwegs“ – immer mit dem Tenor, warum mache ich diese Arbeitssache überhaupt? Aber ich hatte vor einem Jahr sehr gute Gründe zurück zu kommen, und die gleichen Gründe gelten immer noch, wenn nicht gar noch mehr. Also obwohl ich es vermisse, immer nur dem Sommer hinterher zu reisen, die Möglichkeit zu haben, jeden Tag neu zu entscheiden, wie dieser aussieht – irgendetwas neues / anderes / spannendes zu machen oder einfach nur in der Hängematte zu liegen – , sehr viele spanndende Menschen aus aller Welt kennen zu lernen, obwohl dieses Arbeitsleben mich wahnsinnig eingeschränkt fühlen lässt, obwohl es hier im Winter nicht nur kalt sondern auch sehr dunkel ist, ziehe ich zumindest in den nächsten paar Jahren nicht wieder los.

Aber weil das nicht heißt, dass ich nicht trotzdem noch so einiges von der Welt sehen werde, geht es nächstes Wochenende erst mal wieder mit den Mädels nach Italien – diesmal Bari – eine sehr schöne Tradition inzwischen. Und ab Himmelfahrt gehts für 10 Tage nach Florida/USA. Und dort treffe ich auch gute Freunde wieder, die ich das letze Mal vor 13 Jahren gesehen habe. Und da haben sie noch auf Kuba gelebt. Das wird sicher ein sehr interessantes Treffen.

Und hier noch ein Gruß aus dem weltbekannten Cottbus – selbst die Pinguine kommen her.

Seit 2 Monaten am Arbeiten… hmmmmmm also…

tja, hmmm. Das mit dem Arbeiten. Ich hatte es angekündigt und ich habe mich sogar drauf gefreut. Aber das Ankommen ist doch viel schwerer als gedacht…
Aber der Reihe nach.
Ich bin also in meine wundervolle Wohnung eingezogen und hatte eine gute Woche, um mich vollständig einzurichten. Ich bin sehr froh, dass ich viele meiner Sachen eingelagert hatte, denn so kann ich mich nun mit MEINEN Sachen ZU HAUSE fühlen. Ich weiss nicht, ob das so schön wär und ich mich direkt so zu Hause fühlen würde, wenn ich auch noch jede Menge Zeugs neu hätte anschaffen müssen, auf die Schnelle, ohne dann eine Beziehung dazu zu haben. Und da ich ja eine ziemliche Konsumverweigerung betreibe, würde ich wahrscheinlich auf ner simplen Matraze in einer halb leeren Wohnung leben. Also die Sache mit der Einlagerung meiner Sachen war genau richtig – für mich. Und das eigenhändige Aufbauen aller Schränke hat mir sehr viel Spass gemacht. Mein geliebter Akkuschrauber hat die Einlagerung leider nicht überlebt, also musste der gute alte Schraubenzieher und pure Muskelkraft ran. Schon mal Muskelkater in der Hand vom vielen Schrauben gehabt?

Und um das mit der Arbeit emotional noch etwas nach hinten zu schieben, habe ich noch einen kleinen Kurzurlaub eingelegt. Wie im Frühjahr schon fuhr ich auch diesmal wieder mit meinen guten Freunden Alexia und Mareike für ein langes Wochenende nach Italien – diesmal Turin – einen neuen Ort erkunden und vor allem gutes italienisches Essen genießen. Und Turin hat uns diesbezueglich nicht enttäuscht. Wir hatten drei wunderbare Tage und ich konnte noch einmal so richtig entspannen.



Tja, und dann, dann fing der Ernst des Lebens an. Ich war also von nun an offiziell Prozessmanager der Stadtverwaltung Cottbus – hmmm, ich sollte das nicht so laut sagen, aber so richtig klar, was genau man da macht, war mir nicht – und ist es das heute wirklich schon?. Aber – und das habe ich während meiner Reise und auch schon in der Unternehmensberatung gelernt – es geht immer irgendwie und alles findet sich.

Naja, also habe ich mal angefangen, mir genau zu überlegen, was ich in meiner Rolle – also ich bin hier eine One-Man-Show, ohne Abteilung um mich rum aber mit großer Unterstützung durch meinen Chef – nun so anstellen kann, welche Ziele ich habe, die Stadtverwaltung haben sollte und wie man das dann am bestern so anstellt. Und ein paar Projekte, die es mir erlauben, in die gesamte Verwaltung reinzuschnuppern und vor allem andere Kollegen kennenzulernen, habe ich auch bekommen. Tja, und nach zwei Monaten habe ich, so denke ich jedenfalls, nun schon einen guten Eindruck bekommen, wie es so läuft, und vor allem, was nicht so läuft, kenne ein paar Kollegen mit denen man auch mal ein Schwätzchen halten kann, habe ein paar Ideen, wo man für bestimmte Themen ansetzen kann und bin sogar manchmal überzeugt, dass man was erreichen kann. Aber grundsätzlich merke ich doch, dass man, wenn man 8 Stunden am Tag arbeiten muss, einfach viel weniger Zeit für sich hat, und eben nicht mehr jeden Tag ein schönes Erlebnis haben kann oder es alles eben viel mehr Kraft kostet, das dann auch durchzuziehen. Und ganz ehrlich, der Winter, die Kälte, die Dunkelheit helfen nicht wirklich. Es ist einfach nichts mehr vom Tag und so viel Energie übrig, wenn man abends heimkommt. Aber ich hoffe und denke, dass ich mich da noch mehr dran gewöhne, insbesondere wenn ich hier auch mehr Freizeitmöglichkeiten identifiziert und Freunde gefunden habe. Das braucht aber Zeit.

Und bis ich Freunde hier gefunden habe, helfe ich mir eben mit guten alten Freunden aus. Letztes Wochenende war Dave hier, den ich aus Südamerika kenne und den ich auch schon in Vancouver besucht habe.

Der Besuch von ihm war sehr schön und wir haben ein paar schöne Dinge gemacht, er zeigte mir aber auch, dass ich noch viel zu wenig über meine neue Heimat weiss. Also muss ich wohl, bevor der nächste Gast kommt, doch noch mal mehr rausgehen und machen und entdecken. Ich werde euch dann informieren, was ich rausgefunden habe. Bis dahin erst einmal eine beschauliche Weihnachtszeit.

Miniauszeiten III – Mit dem Neffen durch den Spreewald wandern

So, da bin ich wieder mal. So richtig viel ist nicht passiert, aber faul war ich auch nicht. Hauptsaechlich natuerlich mit dieser Arbeits- und dazugehoerigen Umzugsgeschichte beschaeftigt – dazu am Ende mehr – habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch wieder Ausfluege zu machen.

Ein sehr schoener Ausflug war ein Besuch bei herrlichem Wetter in Potsdam mit besonderem Anlass. Meine gute Freundin Steffi kam naemlich mal wieder nach Berlin und da haben wir zusammen mal ein paar Ecken von Potsdam besichtigt, die ich auch seit wahrscheinlich Jahrzehnten inzwischen nicht mehr gesehen habe. Der Neue Garten und die Kolonie Alexandrowka sind doch einfach zu empfehlen.

Und dann hats mich in den Fuessen gejuckt. Ich wollte mal wieder die volle Freiheit erleben und nur mit Rucksack und Zelt bewaffnet etwas von der Welt sehen. Und weil mein Neffe Ferien hatte, nichts so richtig mit sich anzufangen wusste und diese Idee auch schon mal in den Raum geworfen hatte, haben wir eine kurze aber schoene 5 Tagestour durch den Spreewald gemacht. Anfangs war etwas unklar, wie lange das ganze gehen sollte und wie weit wir kommen. Denn eigentlich ist mein Neffe lauffaul – aber er wollte explizit wandern, also war er selber Schuld :). Und er ist auch – wie wohl jeder 11-jaehrige in Deutschland – leicht Smartphonesuechtig und Wlan-abhaengig… *hmmmm*, Strom und Wland auf Zeltplaetzen sind eingeschraenkt bis gar nicht vorhanden. Aber es war toll, fuer uns beide. Wandern mit einem Kind ist doch sehr anders, als wandern alleine. Man geht nicht nur um des Gehens Willen, sondern man muss unterwegs immer wieder Abenteuer finden, Tiere und Pflanzen entdecken, Pause machen und Essen, und auch mal was anderes machen als laufen. Aber das ist im Spreewald ja nun wirklich einfach. So bestand unsere Tour aus zwei langen Laufetappen, einem leicht verregneten Tag mit viel Wasser von oben und unten sowie zwei halben Wandertagen mit An- und Abreise. Und auch wenn der Spreewald vielen eher als Fahrrad- und Wasserwanderparadies bekannt ist – und das ist es ohne Frage – kann man dort auch wunderbar mit den Fuessen wandern… man sollte sich nur von den Hauptfahrradrouten etwas entfernen. Und ganz am Schluss kam ja noch mein persoenliches Highlight. Beim Warten auf den Bus nach Hause haben wir uns in Burg noch ein Eis gegoennt – und was ist die Spezialitaet im Spreewald? Die Spreewaldgurke – also gab es auch Gurkeneis. Und man mag es kaum glauben, aber es war grandios. Schmeckt wie echt Spreewaelder Gurkensalat nur echt mit viel Dill und Buttermilch. Also wer mal davorsteht, einfach probieren 🙂
Hier nun ein paar Impressionen.




Und ein sehr schoener Nebeneffekt an dieser Tour durch den Spreewald war auch noch, dass ich meine neue Heimat direkt schon mal etwas naeher kennen lernen konnte. Denn morgen ziehe ich offiziell nach Cottbus (nur 20km vom Spreewald entfernt) um, um dann ab Oktober dort einer neuen Arbeit bei der Stadtverwaltung Cottbus nachzugehen. Das wird wieder mal ein totaler Neuanfang und ein grosses Abenteuer der anderen Art. Aber ich freue mich total drauf. Ihr werdet natuerlich auf dem Laufenden gehalten, wie es mir dort geht. Und das Reisen kommt natuerlich trotz festem Job und eigener Wohnung auch nicht zu kurz in der Zukunft. Und wer mal in den Spreewald will, darf mich und mein Gaestezimmer auch gern besuchen kommen. Ihr koennt aber auch einfach so kommen, ganz ohne Spreewald.

Mini-Auszeiten II – Bonn, Brocken und Tapezieren

Ist es wirklich schon wieder zwei Monate her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe? Gefuehlt ist die Zeit doch sehr viel schneller vergangen. Nicht, dass ich so wahnsinnig viel gemacht habe, aber ich habe die Zeit mit Familie und Freunden einfach so richtig genossen.

Aber ein paar, also irgendwie doch erstaunlich viele, erwaehnenswerte Dinge habe ich dann doch getan.

So zum Beispiel war ich mal kurz in Duesseldorf – Hauptgrund war ein Bewerbungsgespraech (keine Sorge, ich gehe nicht nach Duesseldorf) – und ganz nebenbei habe ich mich noch mit Barbara getroffen, ueber Karriere und das Leben geschwatzt und nebenbei eine sehr spannende Ausstellung besucht. Hoch oben kann man auf drei Ebenen ueber Netze spazieren, in die Tiefe gucken und an grossen Baellen vorbeibalancieren. Also das war schon gruselig, aber ich habe mich getraut.

Und auch in der direkten Umgebung gibt es Orte, die einen Besuch lohnen. So habe ich die Biosphaere Potsdam erkundet. Ein bisschen Regenwald direkt nebenan – oh was kamen da fuer tolle Erinnerungen hoch an meine Reise: Costa Rica, Panama, Ecuador, Malaysia und Sumatra – ein paar der wunderbarsten Ecken Regenwald dieser Welt. Und auch in Potsdam inklusive der wunderbarsten Tiere, die so ein Regenwald zu bieten hat: Schmetterlinge.

Und ich habe es auch endlich geschafft, Freunde in Bonn zu besuchen. Das Wetter war nicht so dolle, dafuer gab es umso mehr spannende Gespraeche mit spannenden Menschen, ich durfte alte Bekannte besser und neue Erdenbuerger ganz neu kennen lernen, leckere Essen essen und ein paar neue interessante Ecken von Bonn habe ich auch noch entdeckt ganz nebenbei. Vielen Dank an Onno, Lydia und Eckhart. Es war soooo schoen und wird bald wiederholt.




Und aufm Nachhauseweg habe ich noch bei Petra, Malte und Christian in Wuppertal vorbeigeschaut. Und bin dabei zum ersten Mal mit der Wuppertaler Schwebebahn gefahren – echt cool, aber ein bisschen wackelig is ja schon – und wir waren im Skulpturenpark, der durch wirklich spannende Skulpturen und eine Extra Ausstellung von Henry Moore echt punkten konnte. Vom leckeren Essen und tollen Gespraechen auch hier ganz zu schweigen. Danke euch und bis bald!!!

Ein sehr tolles Erlebnis war ein Spontanausflug mit meiner Cousine und einem meiner Cousins nach Wernigerode inklusive einer gemuetlichen Bummelzugfahrt auf den Brocken und einem Besuch des Schlosses dort. Bin ich ja mit meiner Cousine recht haeufig in Kontakt, habe ich doch leider viel zu wenig mit meinem Cousin zu tun. Daher fand ich es toll, dass sich wirklich spontan die Moeglichkeit ergab, zusammen diesen Ausflug zu machen.

Dieser Ausflug hat aber eigentlich das Projekt unterbrochen, an dem ich eigentlich mit meiner Cousine arbeitete. Wir haben naemlich ihr neues Naehzimmer tapeziert :-). Ich hab ja – im Gegensatz zu meiner Cousine – schoen oefters tapeziert, allerdings immer schoen quadratische, rechtwinklige Betonwaende mit dem Klassiker Erfurt Rauhfaser, so dass es diesmal mit dieser neumodischen Vliestapete, und dann auch noch mit Muster, drei verschiedenenfarbigen Tapeten und einer Decke mit Schraegen – zusaetzlich zu den doch sehr schiefen Waenden und Ecken – ein kleines Abenteuer wurde. Und zusaetzlich meinte das Wetter, es koennte ja mit 30 Grad und Schwuele (man beachte, erschwerend kommt hinzu, das Fenster soll geschlossen bleiben beim Tapezieren) dazu beitragen, dass es noch anstrengender wuerde, die Tapete nicht gleich so einfach an der Decke kleben bleiben wollte und die Schwerkraft dabei auch nicht wirklich hilfreich ist. Man ist mir da der Schweiss gelaufen. Und da ich nicht ganz so gross bin, bin ich auch gefuehlte 2 Millionen Mal diese Leiter hoch und runter… Aber wir haben gewonnen und es hat mir unglaublich viel Spass gemacht. Ich liebe ja handwerkliche Taetigkeiten. Und das Ergebnis ist wirklich super cool. Sieht nun aus wie ein Zimmer aus so einer Wohnzeitschrift. Und meine Cousine kann nun auch tapezieren 🙂 Das wird helfen, wenn ich demnaechst mal eine Wohnung beziehe und diese tapezieren muss. Dazu dann hoffentlich beim naechsten Mal mehr.

Das eingerichtete Endergebnis wird nachgereicht.

Mini-Auszeiten: Bologna und Lutherstadt Eisleben

Nach nun einem weiteren Monat in meiner wundervollen Heimat mit dem wohl besten Wetter das man sich vorstellen kann, will ich mich mal wieder melden.
Ich habe weiter diese Bewerbungsgeschichte gemacht, weiter Lieblingstante fuer Nichte und Neffe gespielt und die langen Spaziergaenge mit dem Hund im Wald genossen, bei dem warmen Wetter ich wahrscheinlich sogar mehr als der Hund, der arme 😉

Aber neben dem „Alltag“ habe ich mir auch zwei kleine Auszeiten gegoennt und wieder etwas Reisluft geschnuppert.
Uebers Pfingswochenende war ich mit zwei Freundinnen in Bologna. Kennt man, aber gibts da was? Ausgewaehlt, weil wir alle von drei unterschiedlichen Flughaefen halbwegs guenstige Verbindungen dahin gefunden hatten. Aber es war wirklich eine tolle Stadt und ich kann sie jedem fuer einen Kurztrip empfehlen. Viel Geschichte, alte Innenstadt und – in Italien bekannt als kulinarisches Mekka – hervorragendes Essen!!!!!
Nachdem die Ankunft meiner beiden Reisebegleiterinnen durch Starkregen in Sueddeutschland und daraus folgende Flughafenschliessungen sich um 3 bzw. 18 Stunden verzoegerte, sollte es dann wirklich mit dem Entdecken losgehen. Und das kann man tun, indem man einfach nur durch die Innenstadt schlendert, dabei an den wundersamsten, schoensten und interessantesten Gebaeuden vorbeikommt, …





… hie und da einen wirklich guten Espresso trinkt, …

… sich ein Eis goennt…

… und dann auch mal was richtiges isst. Und in Bologna darf natuerlich Bolognese (das Original ist nicht Spaghetti sondern Tagliatelle oder wahlweise Tortellini al Ragu Bolognese) nicht fehlen.

Es war ein grandioser Ausflug, und Italien konnte wieder einmal von sich ueberzeugen. Bis zum naechsten Mal.

Mein zweiter sehr kurzer Ausflug ging nach Lutherstadt Eisleben. Es sollte sich ergeben, dass ein guter Freund von mir aus Argentinien gerade in Halle bei einem Freund war und ein bisschen Zeit hatte, bevor er nach London weiterreiste. Und damit er und ich etwas neues kennenlernen konnten, er und ich aber nicht so viel Geld in die Hand nehmen muessen, hat sich nach einem kurzen Blick auf die Karte und die Sparpreisangebote der Deutschen Bahn Eisleben herauskristallisiert. Ich kannte es nur als die Stadt, in der meine Eltern studiert und sich kennengelernt hatten – also Familiengeschichte. Was der Luther mit der Stadt zu tun hatte, wusste ich – Geschichtsbanause – nun noch nicht… Aber hey, man lernt ja immer dazu. Also, Luther wurde in Eisleben geboren und ist dort auch gestorben. Es gibt die Kirche, in der er getauft wurde, die in der er seine letzten 4 Predigten gehalten hat, und die, die als erstes die Reformationslehre verkuendete und von katholisch auf evangelisch umgeschwenkt ist im Mansfeld. Mansfeld uebrigens regionales Adelsgeschlecht. Naechstes Jahr ist uebrigens Reformationsjahr und da gehts in Eisleben wohl richtig ab. Und nicht nur fuer Francisco, dessen Heimatstadt Rio Gallegos gerade mal 150 Jahre alt ist, sind diese mal eben original mindestens 500 jaehrigen Kircheninventare, Grabstellen etc schon sehr sehr beeindruckend. Und ausserdem konnte ich so mal wieder mein Spanisch testen – ja, es geht doch nocht ganz gut – und mich mit Francisco ueber gemeinsame Freunde, die aktuelle politische Situation in unser beider Laender und das Leben an sich austauschen. Und ganz nebenbei hat sich Eisleben – trotz eher maessigem Wetter – als wirklich sehr ansehnlich und geschichtlich interessant herausgestellt. Aber in einem Tag hatte man es dann auch gesehen.


Ich muss dazu noch sagen, dass bei beiden Ausfluegen das Reisen und Sightseeing selbst eigentlich gar nicht haetten sein muessen, aber das dazugehoerige Treffen mit Freunden an einem schoenen Ort, das ist es, was mir daran so gefallen hat und was ich unbedingt wieder und noch mehr machen moechte. Der naechste Ausflug wird schon geplant 🙂

Ankommen ist gar nicht so schwer

Da bin ich nun. Wieder in Deutschland. Nach drei Jahren Reise. Was hat sich veraendert? Wie laeufts? Willst du gleich wieder los? Was machst du jetzt eigentlich? Viele Fragen die mir von unterschiedlicher Seite gestellt werden und auf die ich hier nach zwei Monaten Eingewoehnungszeit mal ein paar Antworten geben will.

Also zuerst einmal: es laeuft sehr gut. Viel besser als gedacht. Ein Grund ist: ich wohne im Gaestezimmer bei meinen Eltern – Hotel Mama All Inclusive sozusagen – und meine Schwester mit ihren Kindern gleich nebenan. Und das alles liegt super idyllisch in einem winzigen Dorf direkt am Wald. Ein weiterer Grund ist: es hat sich nicht sehr viel veraendert. Die Menschen um mich rum sind noch die gleichen, die (die meisten zumindest) noch die gleichen Sachen machen, wie vor drei Jahren auch. Selbst das Fernsehprogramm ist dasselbe geblieben… Und auch ich habe mich eigentlich nicht veraendert. Ist das erschreckend, unerwartet, oder gar gut? Ich weiss es nicht. Jedenfalls: Ich bin immer noch ich, nur eben mit ein paar anderen Prioritaeten im Leben und viiiiiiel entspannter.

Dass ich hier wieder gut angekommen bin, hat auch damit zu tun, dass meine Rueckkehr in das Deutsche Sozialsystem sehr problemlos, ja direkt mit positiven Ueberraschungen startete. Wo fangen wir an. Ja, im Arbeitsamt. Um wieder ein richtiger Buerger zu werden, musste ich Krankenversichert werden. Und um das nicht selbst zahlen zu muessen und weil ich ja – organisiert wie ich bin – vorausschauend agiert hatte, stand mir ja auch noch Arbeitslosengeld (also eigentlich: Geld zur Suche einer Arbeit – aber das tu ich ja) zur Verfuegung fuer die naechsten fast 9 Monate. Lange Rede kurzer Sinn, mit der Anmeldung beim Arbeitsamt an Tag 1 meiner Rueckkehr als Arbeitsloser bekomm ich nicht nur Geld jeden Monat sondern bin auch direkt ueber die wieder bei der Krankenkasse angemeldet worden. Und die Krankenkasse hat mich nach Vorlage meiner Auslandskrankenversicherung der letzten drei Jahre auch wieder ohne Zicken und Nachzahlungsforderung in ihren Schoss aufgenommen.

Und nun zum Arbeitssuchen ganz konkret. Direkt an Tag zwei war ein Termin bei meiner Betreuerin im Arbeitsamt frei, den ich also auch wahrzunehmen hatte. Und da ich nicht mehr Unternehmensberaterin sein will, nein ganz und gar nicht, aber auch nicht genau wusste, was fuer Stellen nun fuer mich in Frage kommen – grosse Vielfalt, grosse Verwirrung ob der Namen und Taetigkeiten, hat mir das Arbeitsamt eine Massnahme spendiert… Gut, bei den ganzen Schauermaerchen uebers Arbeitsamt werden viele nun den Kopf schuetteln, aber es ist eine tolle Massnahme. Ich darf mich 20 Stunden lang mit einem privaten Coach – auch noch selber ausgesucht – darueber unterhalten, worueber ich will, hauptsache es hat mit der Findung von Berufswuenschen zu tun… Und das ganze ist doch ganz gut. Neben dem was ich nicht will – und das wusste ich auch schon ganz gut vorher – haben wir zusammen schon mal etwas genauer eingekreist, was ich denn vielleicht will. Wo liegen Erfahrungen, Kenntnisse, Erfolge und persoenliche Vorlieben? Was kann man damit in welchem Umfeld vielleicht anfangen? Also es ist nicht ganz so konkret wie sich das hier anhoert, aber in Verbindung mit jeder Menge Stellenanzeigen aus allen moeglichen Themen, Umfeldern, Branchen ergibt sich ein Bild, bzw. Bauchgefuehl.
Und das zusammen mit meinem taeglichen Leben hier zu Hause bei der Familie als Hausaufgabenbetreuerin, Nachhilfelehrerin, Trampolinspringgefaehrtin, Durch-den-Wald-auf-der-Suche-nach-Bunkern-Streunerin, Hundegassigeherin, Krankenbespasserin, IT-Fachkraft, Nerd (ja, ich nutze wieder meine Linuxpartition und schreibe Bewerbungen mit LaTeX in meinem geliebten Xemacs…) Koechin, Innendesignerin und was weiss ich nicht alles, hat sich schon mal rausgestellt, dass ich auf jeden Fall gerne in der Region bleiben will, wenn es irgend moeglich ist. Ganz hier im Dorf bleiben klappt aus logistischen Gruenden und der weiten Entfernung zur naechsten Zivilisation mit Jobs einfach nicht. Aber gut, man kann nicht alles haben. Machen wir das beste draus.

So, und damit haben wir das Privatleben schon mal angesprochen. Was mach ich also, wenn ich nicht gecoacht werde und nach Arbeit suche. Kurz: Ich habe Spass und geniesse. Alle meine oben genannten Aufgaben fuellen mich sehr aus – und seit es nun endlich warm ist, kann ich es noch mehr geniessen. Gerade das Gassigehen ist bei Schnee und Regen und Kaelte doch nur halb so schoen. Ich verbringe viel Zeit mit Nichte und Neffe und dem Hund und im Wald. Aber auch der Rest der Familie kommt nicht zu kurz.
Und ich entdecke die Gegend ganz neu. Der Wald direkt hinterm Haus ist wunderschoen. Das Albinoreh, das man auf sehr fruehen oder recht spaeten Gassirunden hin und wieder sieht ist sicher eines der Highlights. Und wo jetzt die Baeume wieder gruen werden, die Blumen anfangen zu bluehen… Ein wahrer Hochgenuss.

Auch Wittbrietzen, da wo meine Cousine wohnt, ist ein wirklich schoenes Fleckchen.

Und auch Potsdam, lange bin ich aufm Weg von Berlin zur Familie nur durchgefahren und habe dort kaum einen Fuss hingesetzt, hat mich positiv ueberrascht. Es hat sich baulich wahnsinnig veraendert seit meiner Schulzeit, aber am besten gefallen mir die Orte, die sich eben nicht veraendert haben. Ganz grosser Favorit gerade die Freundschaftsinsel und der Heilige See.

Und dann will ich natuerlich auch Freunde wieder sehen und wieder kontaktieren. Ich bin dabei, nicht wundern, wenn ich es noch nicht bei Euch geschafft habe. Pelan-pelan (Langsam-langsam) sagt der Indonesier so schoen. Es kommt, aber eben etwas langsamer :-). Bitte habt Geduld. Meine Lust auf neue Medien und interaktive Kommunikationsmittel ist beschraenkt. Und, die meisten meiner Freunde sind weit verstreut in Deutschland und auf der Welt. Und, meine Reislust haelt sich gerade auf einem Minimum. Die 7 Stunden nach Muenchen und zurueck im April waren zwar ok, aber ich brauchte danach doch ein paar Tage Erholung vom Reisen. Man ist halt keine 20 mehr 🙂 In Muenchen konnte ich Frau Weber und ihre neue Wohnung sehen und an einem Weltreisestammtisch teilnehmen, von Leuten die in dem Weltreiseforum sehr aktiv sind, in dem ich sooo viele Ideen, Hinweise, Ratschlaege vor und waehrend meiner Reise erhalten habe. Es war schoen, mal die Gesichter zu den Nicknames zu sehen (wie stellt man sich jemanden vor, den man nur als Vombatus kennt? 🙂 ) und deren Geschichten vergangener und Traeume zukuenftiger Reisen zu hoeren. Und den ein oder anderen Tipp konnte ich dann ja auch geben.

So, und was passiert als naechstes? Nichts besonderes, und das ist das schoene daran. Ich werde weiter geniessen, die eine oder andere Bewerbung abschicken, Hausaufgaben betreuen (oder aus der Sicht meines Neffen: nerven) und Trampolin springen mit den Kleinen, weiter mitm Hund durch den Wald… Und vielleicht auch anfangen etwas zu Gaertnern. Klingt gut, oder?

Nachtrag: Der allerletzte Monat – Reisen in Familie

So, und da hat er nun angefangen, mein wirklich allerletzter Monat nach 3 Jahren des Reisens. Ich hatte ja geschrieben, ich war reisemuede. Und ich haette den Monat wahrscheinlich genauso mit „Nichtstun“ verbracht, wie den davor, wenn nicht schon laaaaange verabredet war, dass meine Cousine und ihr Mann mich in Asien besuchen wuerden. Und sie hatten sich Vietnam und Kambodscha ausgesucht.

Ich war ja vor 5 Jahren schon einmal dort – aber auch nur 4 Wochen und hatte laengst nicht alles gesehen – und ich hatte etwas Zeit zum recherchieren gehabt, so dass wir eine grobe Idee hatten, was wir machen wollten, aber keinen wirklichen Plan und jede Freiheit, es uns doch anders zu ueberlegen. Als Fixpunkte standen fest: Saigon (Startpunkt), Angkor Wat, Irrawady-Flussdelfine, Bangkok (Abflugsort). Und dazwischen haben wir noch unglaublich viele Highlights eingebaut.

Am Anfang stand also Saigon – und wieder eine volle, laute, dreckige Stadt. Aber auch eine, die viel zu bieten hat. Gerade auch, weil das Vietnamesische Neujahrsfest – Tetfest – vor der Tuer stand. Alles wird bunt geschmueckt, und die Farbe gelb ist besonders beliebt, weil glueckbringend. Und auch sonst gibt es sehr schraege Dinge zu sehen. Mein Favorit: der Kindersitzstuhl fuers Moped. Schoenes Design, praktisch, aber sicher???


Und wir haben es uns nicht nehmen lassen, einen Ausflug zu den Cu Chi Tunneln zu unternehmen, eine Tunnelanlage, in der waehrend des Vietnamkrieges die kommunistischen Vietcong gelebt, gearbeitet und Attacken vorbereitet hatten. Der hauptsaechliche amerikanische Feind ist an dieser Anlage verzweifelt. Es war interessant zu sehen, aber leider erinnert die Aufmachung eher an Disneyland – inklusive Panzer, den wirklich jeder besteigt und Schiessen mit AK47, Pistolen etc – denn an einen Ort, an dem man den Opfern und Graeueltaten des Krieges gedenken sollte.

Und dann hatten wir auch schon genug von Grossstadt und zogen gen Mekongdelta nach Can Tho. Eine eher normale Stadt, voll in den Vorbereitungen des Tetfestes. Auch auf den traditionellen schwimmenden Maerkten, auf denen wirklich alles angeboten wird, dominiert die Farbe gelb. Gelbe Blumen, gelbe Melonen… Alle diese Produkte werden mit dem Schiff direkt von den Farmen weiter oben am Fluss hier hin gefahren, und weiter verkauft an kleinere Boote, die damit wiederrum in ihre Doerfer weiterfahren und die Waren dort auf kleineren schwimmenden Maerkten an die dortige Bevoelkerung verkaufen.

Nach Can Tho ging es nach Chau Doc – nur ein Zwischenstopp. Hier haben wir nur eine Nacht uebernachtet um am naechsten Morgen das Boot nach Phnom Penh in Kambodscha zu nehmen. Und dennoch ist es uns wegen seiner Unaufgeregtheit, seiner Ruhe, gutem Essen, und einer sehr netten Innenstadt gut im Gedaechtnis geblieben.

Auch in Phnom Penh sind wir nur eine Nacht geblieben. Zeit fuer ein paar der Sehenswuerdigkeiten hatten wir trotzdem.

Dummerweise war uns das Tet-Fest bis nach Kambodscha gefolgt, so dass viele Busse Richtung Siam Reap schon seit und fuer Tage ausgebucht waren. Was wir bekamen, war nicht nur die zweite Wahl an Bus, sondern die dritte. Es war dafuer nicht so voll. Aber dass der Bus die Strecke schaffen wuerde, stand mehr als einmal zur Debatte. Und die gebrochenen Fensterscheiben in Zusammenspiel mit enorm staubigen Strassen machten das ganze auch nicht besser. Aber gut, wir sind angekommen.

Und dann waren wir in Siem Reap. Wenn man schon mal in der Gegend ist, sollte, nein DARF man diesen Ort mit den wundervollen Tempeln von Angkor Wat nicht auslassen. Da ich schon da war, und wirklich ganz und gar nicht in der Stimmung war, noch mal alles zu besichtigen, habe ich meine Cousine und ihren Mann allein losgeschickt und die folgenden 4 Tage einfach nur zum Entspannen, Nichtstun, Buchlesen, Kaffeetrinken, Erkundung der Stadt genutzt.
Als erstes musste ich ja feststellen, wie stark sich eine so kleine Stadt in nur 5 Jahren aendern kann. Ich habe viele Orte nicht wirklich wieder erkannt. Aus einem kleinen, wirklich suessen Nachtmarkt unter provisorischen Planen, auf unbefestigtem Grund, wo man schon noch hier und da etwas ganz besonderes finden konnte, wurde ein vollkommen durchkommerzialisierter Markt, der nun sogar Wegweiser brauchte, so gross war er. Auch die Anzahl der Touristen muss sich mindestens verdreifacht haben. Die Lautstaerke der Musik und die Anzahl der Gluehbirnen auf der Pubstreet haben sich mindestens verfuenffacht. Es war ein Schock und zeigte mir sehr eindringlich, was Tourismus mit Orten anstellen kann. Das hat mich doch auch nachdenklich gemacht. Denn auch meine Besuche tragen dazu bei, dass sich Orte aendern, ihre Identitaet verlieren, nur Orte zugaenglich zu machen oder um die schnelle Mark zu machen, aber auch den (einigen wenigen?) Bewohnern zu etwas mehr Wohlstand verhelfen – im Besten Fall / hoffentlich.

Von Siem Reap ging es weiter nach Kratie, dem Ort, an dem man den vom Aussterben bedrohten Irrawady-Delfin noch sehen kann. Die Fahrt dahin zog sich durch sehr unterschiedliche Landschaften von der ausgetrockneten Ebene ueber leicht huegelige Landschaft mit richtigen Bergen im Hintergrund bis hin zu den gruenen Feldern rund um den Mekong. Und Kratie war richtig nett. Eine schoene kleine Stadt, man koennte sie fast als sauber bezeichnen, nicht zu viele Touristen, ein wunderbarer Markt mit allem was das Herz begehrt oder auch nicht, der Mekong fliesst gemaechlich dahin, was man von der Uferpromenade wunderbar beobachten kann, und es gab sogar Natur direkt vor der Haustuer. Die haben wir uns dann auch direkt angeschaut. Dazu faehrt man mit einer kleinen Faehre mal kurz rueber auf die Insel Koh Trang. Dort gibt es keine Autos, keine Mopeds, keine wirklichen Strassen. Nur einen Weg, der fast einmal rund um die Insel fuehrt. Und an diesem gibts dann ganz viele kleinen Einsichten in das taegliche Leben der Menschen sowie grandiose Ausblicke auf den Mekong. Wir haben uns viel Zeit dafuer gelassen und es war ein grandioser Tag.

Die Delfine haben wir dann am naechsten Morgen gemacht. Das ganze ist auch sehr touristisch aufgemacht, aber es hat uns trotzdem gut gefallen. Man faehrt erst mit den Tuktuk etwa 20 km gen Norden, auch diesmal wieder durch wunderbare kleine Doerfer. Dort gibt es eine von mehreren hohen Betonmauern umzaeunte Bucht, in der sich die Delfine beobachten lassen, aber eben nur, wenn man auch den Eintritt in die Mauern bezahlt. Und im Preis drin ist dann auch eine Fahrt mit dem Boot, das versucht, naeher an die Delfine heranzukommen. Es ist natuerlich ein Gluecksspiel, und die Motoren sind schon laut, aber die wurden gluecklicherweise nur angeschaltet, um laengere Strecken zurueckzulegen. Kurze Strecken wurden ganz klassiche gerudert. Und somit konnte man die Delfine, die sich tatsaechlich zahlreich haben blicken lassen (aber nicht so sehr, dass man sie gut haette fotografieren koennen), in grandioser Atmosphaere beobachten.

Der naechste Ort Banlung hat sich hauptsaechlich eingeschliechen, weil wir wieder zurueck auf dem Weg nach Vietnam sind. Es sollte eben nicht zurueck gehen nach Saigon, sondern durch nicht ganz so bekannte das Hinterland. Banlung in Kambodscha ist auch bekannt fuer seinen Dschungel. Nur einmal in Banlung gewesen, mit anderen Reisenden gesprochen, diverse Blogs und Reviews im Internet gelesen, ergab sich ein sehr trauriges Bild vom Dschungel. Es findet viel Abholzung statt, Tiere wurden und werden vertrieben und gejagt bis an den Rand der Ausrottung, um wirklich was zu sehen, muss man sehr sehr weit rein in den Nationalpark, was dann wiederrum sehr sehr, also ich meine richtig teuer wird und vor allem auch viele Tage dauert. So haben wir uns dann gegen eine Dschungeltour entschieden und einfach nur die Gegend um Banlung genossen. Es gibt viel Wasser, viele Huegel aber auch viel vertrocknete Erde. Sehr schoen.


Und dann ging es in einer wundervollen Bustour duch unglaubliche Berglandschaften, weiten Reisfeldern, kleinen Doerfern wieder zurueck nach Vietnam, genauer gesagt erst mal nach Pleiku. Dort haben wir auch nur einen Zwischenstopp eingelegt. Diese Stadt ist so gar nicht touristisch und hatte fuer mich viel Charme. Es gab sogar etwas anzusehen – die Pagode.

Und eine wunderbare Busfahrt durch noch mehr Berge und diesmal so richtig an ganz vielen Reisfeldern vorbei ging es an den Strand – genauer gesagt nach Quy Nhon (Sprich: Wi Noon – das muss man erst mal wissen, wenn man versucht, den Bus dahin zu finden 🙂 ).

Solange wir im Sueden waren, wollten wir auch mal ein bisschen am Strand gammeln. Nur das Wetter hat nicht mitgespielt. War es am Tag unserer Ankunft noch sehr sonnig und wunderbar warm, hat es am folgenden Tag geregnet und auch danach kam die Sonne nicht wieder zum Vorschein. Und es wurde kuehl – also fuer mich: Arschkalt. Das war ich nicht mehr gewoehnt… Aber Quy Nhon selbst ist ein Schatz. Es ist auf Touristen ausgerichtet – sprich viele Restaurants und Hotels, nette Strandpromenade, ein paar wenige Sehenswuerdigkeiten: alte Tempelanlagen, der Fischerhafen -, das scheinen aber nur Einheimische Touristen zu sein. Sehr gut daran zu erkennen, dass es nicht ein Restaurant mit englischer Speisekarte und englischsprachigen Kellnern gab und auch in den Hotels nur mit Haenden und Fuessen kommuniziert werden konnte 🙂 Ich fands toll dort.

Und dann fing schon langsam an, die Zeit zu draengen, Wir hatten ja nur 4 Wochen Zeit und Vietnam ist ein grosses Land mit viel zu sehen. Und in Kambodscha waren wir ja auch noch… Jedenfalls mussten wir anfangen zu selektieren und entschieden, die Mitte rauszuschmeissen und direkt in den Norden nach Ninh Binh zu fahren. Ich hatte die Gegend von Ninh Binh noch gut in Erinnerung von meiner ersten Tour nach Vietnam und wollte dort nur zu gerne noch einmal hin, da die Karstfelsen in den Reisfeldern mich damals schon so fasziniert haben. Und Wennke und Dirk liessen sich leicht ueberzeugen. So nahmen wir den Zug von Quy Nhon direkt nach Ninh Binh. Fast 24 Stunden Fahrt, und meistens durch Reisfelder. Interessant konnte man hier verfolgen, wie vom Sueden nach Norden die Reisfelder von saftig voll gruen (Reis in seiner vollen Pracht) uber zart gruen (gerade gepflanzter Reis) bis zu matschig braun (noch nicht bestellte Reisfelder dafuer ganz klassisch gerade mit Ochs und Egge gepfluegt) wechselten. Der Unterschied in den Temperaturen beim Ausstieg erklaerte dann auch alles. Wir befanden uns nun im kalten (ok, es waren so 10 bis 17 Grad, je nach Tag) Norden des Landes. Aber landschaftlich war es wieder einmal der Hammer. Die Reisfelder befanden sich gerade in der Vorbereitung zur Pflanzung bzw. direkt in der Bepflanzung. Man konnte den Arbeiterinnen und Arbeitern direkt ueber die Schulter gucken, wie sie bis zu den Knien teilweise im Schlamm versanken und in einer Praezision und Geschwindigkeit ohne gleichen die kleinen Reispflaenzchen gleichmaessig in Reihen in den matschigen Boden setzten. Wir erkundeten die Gegend mit Fahrrad, machten einen Ausflug zum Cuc Phuong Nationalpark und streunten einfach so durch die Stadt.

Ach ja, und es gab fuer mich noch zu entdecken, dass sich weder Ninh Binh noch ich mich veraendert haben. Ich bin doch tatsaechlich mit denselben (ja exakt den selben) Hosen und dem selben Shirt gereist, wie vor 5 Jahren.

Nun stand nur noch Hanoi auf der Liste. Hanoi war zuerst mal kalt… und laut. Aber gut, das wuerden wir noch hinbekommen fuer 2 Tage. Ich habe ueber meine gute Freundin Crisna aus Indonesien noch einen Kontakt zu Linh bekommen, die aus Hanoi ist, deutsch lernt und gerne deutsche Menschen kennenlernen wollte, um auch mal deutsch zu sprechen. Und so kam es, dass wir uns mit Linh und ihrem Lehrer Herr Than trafen. Herr Than hat mal 5 Jahre lang in Freiburg Maschinenbau studiert, damit aber keinen befriedigenden Job bekommen und hat nun sein eigenes Deutschlern-Institut in Hanoi. Auch er freute sich, wieder mal sein Deutsch richtig anzuwenden und hat auch sehr viele Vokabeln erfragt. Und er hat uns sogar eine richtige kleine Stadtfuehrung gegeben. Und zum Abschluss haben wir noch zusammen was getrunken und gegessen. Es war sehr nett mit den beiden. Man hat noch mal einen anderen Blick auf die Stadt bekommen. Und wenn Linh dann ab Mai hier in Deutschland Au Pair in Duesseldorf macht, sehe ich sie auf jeden Fall wieder, denn sie schuldet mir noch einen Kaffee – das war der Deal, damit ich das Essen und die Getraenke in Hanoi bezahlen durfte 🙂


Und damit war unsere Zeit in Vietnam auch schon zu Ende. Krass. Uns blieb nun nur noch 1 Tag in Bangkok, denn unser aller Rueckflug ging von dort. Also kurz dort hingeflogen, sehr sehr lecker gegessen, die wesentlichen Sehenswuerdigkeiten der Stadt abgeklappert und vor allem viel Boot gefahren und uns den Wind um die Nase wehen lassen.

Ein richtig schoen gemuetlicher Abschied von Suedostasien, und fuer mich von 3 Jahren Reisen… es fuehlte sich unwirklich an, aber ich freute mich auf zu Hause. Und das ist doch das wichtigste.

Nachtrag: Und ein letztes Mal Indonesien – fuer diesmal

Im letzten Artikel hatte ich es erfolgreich bis nach Jakarta geschafft. Grosse Millionenstaedte in Asien gibt es viele, und viele, gerade die in Indonesien, haben nicht den besten Ruf: zu voll, verdreckt, laut, hohe Kriminalitaet, …

Ja, und auch Jakarta hatte diesen Ruf, aber ich kannte Randy, der in der Naehe wohnte und mir das Versprechen abgerungen hatte, wenn ich in der Naehe sei, sollte ich doch unbedingt vorbeikommen. Ausserdem schuldete ich ihm noch einen Kaffee.

Das war der einzige Grund, warum Jakarta ueberhaupt von mir angeflogen war. Und wie so manches Mal, auch Jakarta sollte mich positiv ueberraschen. Ja, es ist verdreckt, es ist voll, es ist laut, es gibt kaum Fussgaengerwege, die Kriminalitaet ist eben so, wie sie in Grossstaedten ist, aber da gibt es auch ganz viel Geschichte in Jakarta, viele ueberraschende Orte, die man nur in Grossstaedten findet, besondere Architektur – die Hollaender haben sich ziemlich lang in Indonesien eingenistet, das sieht man noch -, und wieder mal, total nette Menschen.



Und dann habe ich mich natuerlich auch mit Randy getroffen – er wohnt in der Naehe von Bogor, was wiederrum mit dem Vorortzug von Jakarta in nur 1,5 bis 2 Stunden Fahrtzeit, je nach Zug und Lust und Laune des Fahrers, der Fahrgaeste oder was auch immer, zu erreichen war. Schon die Fahrt war sehr interessant – zu sehen, wie gross Jakarta doch ist, wie staedtisch, wie voll. Und dann, die Menschen sind doch ueberall auf der Welt gleich. Kaum in der Bahn wird das Smartphone gezueckt und kommuniziert, gedaddelt, was auch immer. Sehr lustig anzusehen.

Bogor selbst war auch total nett. Zuerst musste ich natuerlich meine Schulden bei Randy begleichen und wir sind mit seinem Motorrad (ach du schreck, damit kann man naemlich alle Autos im Stau ueberholen, und sich durch jede noch so kleine Luecke zwaengen… nicht meins….) zu einem beliebten Studentencafe gefahren. Und das war echt cool. Haett auch in Berlin sein koennen. Und dann Bogor ist hauptsaechlich auch bekannt fuer seinen Botanischen Garten, und den habe ich mir natuerlich auch noch mit Randy angesehen. Ein sehr schoener Tag.

Aber dann war auch gut mit Jakarta. Als naechstes sollte es nach Bandung gehen. Ich weiss auch nicht so genau warum, aber es lag eben auf dem Weg nach Yogyakarta, wo ich unbedingt hinwollte, und meine Freundin Crisna – ihr erinnert euch, fertig mit Studium Deutsch Lehramt und auf der Suche nach einer Aupair-Familie in Deutschland – musste fuer ihr Visa noch ein Sprachzertifikat vom Goethe-Institut machen, also einen Deutschtest – als ob 5 Jahre Studium nicht ausreichen wuerden, aber so sind eben die deutschen Behoerden… – und wollte auch die naechsten Tage nach Bandung kommen. Ob wir uns sehen wuerden war unklar, weil so lange wollte ich nicht bleiben. Aber wo ich schon mal da war, hab ich ihr ein bisschen geholfen und ihre Anmeldung zum Test mit dem Goethe-Institut vor Ort geklaert. Gesehen haben wir uns nicht, aber ich hatte trotzdem eine tolle Zeit in Bandung. Also zuallererst war ja mal die Fahrt nach Bandung mit dem Zug ein Highlight fuer sich. Mitten durch durch die Reisplantagen, mit Einblick direkt in die Hinterhoefe kleiner Haeuser in kleinen Doerfern. Am liebsten waer ich einfach zwischendurch ausgestiegen. Aber es regnete auch, so dass ich so viel Lust auf Abenteuer dann doch nicht hatte 🙂 Aber auch Bandung punktete. Das Hostel war genial, und man konnte direkt in die Natur von Bandung aus. Das war auch mal wieder schoen. Und man konnte gut essen und traf viele nette Leute.


Aber einen kleinen Schock gab es noch. Gerade zwei Tage in Bandung, kam die Nachricht ueber das Terrorismusattentat, oder wie immer man das nennt, in Jakarta. Die Mannschaft des Hostels sass den ganzen Nachmittag vorm Fernseher, um die neuesten Informationen zu erfahren. Ich schrieb mit meinen indonesischen Bekanntschaften in Jakarta, alle 2 waren gluecklicherweise gut auf, wenn auch nur wenige 100 Meter entfernt vom Geschehen und konnten nicht nach Hause, weil eben alles gesperrt war. Und dann musste ich aber auch wieder verwundert miterleben, wie leicht der Indonesier alles nimmt, als mein Kumpel Ivan – der ca. 300m vom Ort des Geschehens entfernt gerade in seinem Buero feststeckte, weil das Gebaeude immer noch geschlossen war – meinte, es sei ja nur ein kleines Attentaetchen. Also alles ok?!

Etwas nachdenklicher als sonst, zog es mich weiter. Naechste Station dann endlich Yogyakarta. Trotz vieler potenzieller weiterer bestimmt schoener Orte auf dem Weg dahin, entschied ich mich fuer den direkten Weg. Ich hatte einfach keinen Bock auf umsteigen, Kaelte, Regen wieder nen Hostel suchen etc. Fuer Yogyakarta wurde mir ein Hostel empfohlen, ich wusste es gibt Sprachschulen und genug touristische Highlights, wenn mir langweilig wird, und von dort sollte ja auch mein naechster Flug gehen. Und zwei Wochen mal an einem Ort zu sein, das wuerde mir gut tun. Und das tat es.

Yogyakarta hat viel, wirklich sehr viel zu bieten an historischen Orten, grandioser Natur, viel Kultur. Und was habe ich gemacht? Nichts von dem 🙂 Ich hatte keine Lust. Ich habe in Lauras Backpackers ein wunderbares Hostel gefunden mit grandiosen Leuten – sowohl Touristen, aber noch mehr die Mitarbeiter, und nicht zuletzt Laura selbst. Und mit Ari, habe ich auf jeden Fall einen sehr guten Freund fuers Leben gefunden und ich hatte eine grandiose Zeit.
Aber was hat die Zeit ausgemacht? Also zuerst mal gab es im Hostel staendig Essen. Gut, das Fruehstueck – eh im Preis inbegriffen – bestand jeden Morgen aus einer anderen lokalen Spezialitaet und Koestlichkeit, aber auch wenn die Mitarbeiter nachmittags oder abends fuer sich gekocht haben, gabs immer genug fuer alle. Und auch der ein oder andere Gast hat mal fuer alle gekocht. Mit Ari hab ich das auch ein paar mal zusammen gemacht und viel ueber indonesische Kueche dazu gelernt. Es gab erst eine, dann zwei (die kam einfang angelaufen) kleine wirklich wunderbare suesse Kaetzchen. Die anderen „Haustiere“ bestanden aus einer Albino-Babypython, zwei etwas groesseren Pythons, einem riesigen Camaeleon, noch einem kleineren Echsentier… aber gut, die alle draussen und – meistens – sicher in ihren Kisten verwahrt.
Alle waren immer gut drauf, es gab gemeinsame Filmabende. Und sie haben mir bei meinen Hausaufgaben geholfen – soweit sie es denn konnten. Denn wie das so ist, ueber seine eigene Sprache weiss man gramatikalisch nicht so viel 🙂


Und ja, dann war da noch die Sprachschule. Es war sehr gut. Ich habe unglaublich viel gelernt, alles war sehr professionell und die Lehrerinnen alle wahnsinnig nett. Es gab sogar eine Party, waehrend ich da war, mit Tanz, musikalischer Untermalung, und wieder mal viel gutem Essen.

Aber ein touristisches Highlight wollte ich dann doch mitnehmen. Und so bin ich ueber meinen Schatten gesprungen, enorm frueh aufgestanden und zum Tempel Borobodur gefahren. Dies ist die groesste und wohl aelteste buddhistische Anlage in Indonesien, ein unglaublich schoenes Bauwerk mit sehr schoenen Blicken in die umgebende Landschaft, die gepraegt ist von Vulkanen und Waeldern. Aber nicht nur der Gesamtbau an sich war faszinierend, sondern auch die vielen Reliefs, die sich auf allen Ebenden rund um den Tempel zogen. Eine gute Entscheidung.



Und so habe ich die fast zwei Wochen in Yogyakarta wirklich sehr genossen. Es tat mir gut, mal an einem Ort zu sein und so etwas wie einen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich hatte Zeit, meinen allerletzten Urlaubsmonat etwas weiter vorzubereiten und mich langsam emotional darauf einzustellen, dass drei wunderbare Jahre des Reisens bald vorbeigehen werden. Und – wahrscheinlich auch durch die Ruhe und der Tatsache, dass ich einfach reisemuede an sich war und alles auf der Welt gesehen habe, was mir wichtig war bis zu diesem Moment – konnte ich mich wirklich gut an den Gedanken gewoehnen und fing sogar an, mich richtig auf Deutschland, Freunde und Familie, die kommende Arbeitssuche inklusive aller Gedanken und Fragezeichen, die Suche nach einem neuen Ort zum Leben etc. zu freuen.

Wieder da, diesmal ernsthaft

Hallo,
fuer alle, die es nicht mitbekommen haben: Ich bin wieder da. Seit gestern abend. Diesmal ohne eine neue Reise im Hinterkopf (naja, jedenfalls nicht konkret 😉 ). Ich habe tatsaechlich und ernsthaft den Wunsch, mich wieder niederzulassen. Und damit beginnt wohl mein groesstes und emotional aufreibendstes Abenteuer, das morgen mit einem Gang zum Arbeitsamt beginnt. Ich brauche
1) einen Job
2) eine Wohnung
3) ein Sozialleben.
Geschickterweise in der Reihenfolge :-). Wobei ich drittens hoffentlich durch Besuche auf ein paar Reisen quer durch Deutschland mit der Suche nach erstens verbinden kann.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Und zwischendurch natuerlich auch die Berichte der letzten zwei Monate nachholen.

Indonesien – noch weniger Plan als sonst

So, diesmal habe ich wirklich den Rekord des nicht Meldens gebrochen. 2 Monate ist lang. Aber so lang dann auch nicht… Und wie ihr sehen werdet habe ich sooo viel auch gar nicht gemacht, denn mein Reisehunger ist nicht mehr so ausgepraegt. Ich bevorzuge es, laenger an einem Ort zu bleiben, mehr mit Menschen zu tun zu haben, Freunde zu finden und wieder zu treffen, geniessen… Sprich der Abenteurer in mir ist etwas ruhiger geworden. Und ich bin ganz froh drum. Denn wie koennt ich sonst in weniger als 2 Monaten wieder nach Deutschland kommen und ernsthaft dort neu ankommen koennen? Das wuerde mit Reisehummeln im Hintern nur ungleich schwerer. Daher bin ich ganz froh, etwas ruhiger geworden zu sein :-). Aber nichtsdestotrotz habe ich natuerlich viele Sachen getan und erlebt in den vergangenen 2 Monaten. Hier nun der Bericht.

Angekommen im Flughafen von Bali – endlich, denn Kota Kinabalu ist zwar nett, aber ich war einfach fertig… – musste ich feststellen dass alles wahr ist was ich vorher drueber gelesen habe. Die Taxifahrer wollen einen total abzocken… Aber da es nur 5 km zu meinem Hotel sind, dachte ich, ich fang mal an zu laufen und schau was sich noch an Optionen bietet. Und tatsaechlich, gleich ausserhalb des Flughafens finden sich Motorbike-Taxis die nach nur kurzer Verhandlung sich auf einen fuer indonesische Verhaeltnisse immer noch hohen aber zumindest nicht total ueberteuerten Preis einlassen. Und ich muss nicht durch ein Gewirr von Strassen und Straesschen laufen… Angekommen im Hostel war mir klar, dass das ein kurzer Besuch wird. Ich hatte eh erst mal nur eine Nacht gebucht. Wegen der vielen Australier die wegen der Aschewolke und strengeren Vorschriften Australischer Airlines noch nicht das Land verlassen konnten, war das Hostel und auch einige andere ausgebucht fuer die naechsten Tage. Und Kota – der Partyort ueberhaupt in Bali – und vor allem die dortigen Touristen waren so gar nicht meins. Wenn man im Hostel das Gefuehl hat man ist in einem Swinger Club, dann ist irgendwas falsch… Also kurzer Prozess gemacht, das Sonerangebot des Hostels angenommen und fuer den naechsten Morgen den Transport auf Gili Air (eine Insel in einer Inselgruppe kurz vor Lombok) gebucht. Denn dort sollte auch Winnie sein, die ich schon aus Borneo kannte und ein Bekannter von ihr. Richtige Entscheidung. Die Insel war entspannt und mit den beiden konnte man eine gute Zeit verbringen. Viel Lesen, etwas schnorcheln ueber Gott und die Welt plaudern und weitere Reiseplaene schmieden – mehr war nicht angesagt und das war genau richtig.

Reiseplanung war mein schwierigstes Thema, denn so richtig Plan hatte ich keinen. Und da mein eigentliches Ziel der Gegend, der Mount Rinjani, wegen etwas zu viel Asche und Grummeln gesperrt war, war ich nun noch planloser. Aber irgendwie hab ich mir in den Kopf gesetzt, ich will Indonesisch lernen. Und da Selbstmotivation im total relaxten Zustand seeeeehr schwierig ist, musste also ein Lehrer her. Und wo wenn nicht in Ubud, Bali, sollte es sowas geben. Also stand der naechste Ort fest. Aber auf dem Weg dahin hab ich noch Gili Meno mitgenommen, die zweite der drei Inseln. Noch kleiner und etwas weniger touristisch, hab ich mich noch mal sehr viel wohler und relaxter gefuehlt. Und im lokalen Warung, kleiner Essensstand, hab ich schon mal mit dem Besitzer etwas die Sprache ueben koennen. Ach ja, und das Schnorcheln hier war auch viel besser als auf Gili Air. Die riesigen, gemuetlichen, faszinierenden Wasserschildkroeten sind einfach der Hammer.

Aber nun ging es endlich nach Ubud. Im Internet hatte ich eine guenstige Unterkunft im Dorm nur fuer Frauen gefunden und dort angekommen, fuehlte ich mich sofort heimisch. Ein eigenes Haus im Hinterhof – eher Garten als Hof – mit Kueche und Terasse fuer uns Maedels… Fruehstueck war gut und reichhaltig. Und einen Tisch zum Hausaufgaben machen gab es auch. Da kann man nicht meckern.

Ubud selbst war erst mal nur anstrengend. Man konnte keine 2 Meter laufen ohne nicht mit „Yes, Taxi!“ Angesprochen zu werden. Ich bin fast wahnsinnig bis aggressiv geworden. Die Stadt selbst ist nett, die hinduistische Bauweise der Haeuser, die Tempel, die Opfergaben ueberall nett, aber nicht so richtig besonders, es kam kein super Stadtgefuehl auf. Ubud wird nicht meine Stadt, aber meine Indonesisch-Lehrerin, die anderen Maedels im Hostel, das gute Wetter haben mich eine gute Zeit haben lassen. Und weil ich schon mal in Ubud bin und man ja immer neue Sachen ausprobieren soll, habe ich es getan. Ich habe Yoga-Kurse besucht. Um einen guten Einblick zu bekommen, Kurse verschiedener Yoga-Richtungen und von verschiedenen Lehrern. So richtig gut fand ich eigentlich nur einen, meinen ersten, Kurs, der mich stark an die Fitness-Kurse in Dortmund bei Karsten erinnert haben. Nach der kurzen Einleitung warum Yoga die Welt rettet (der Kurs war direkt nach den Anschlaegen in Paris) – da dachte ich erstmal wo bin ich hier gelandet – gings richtig ab mit Koerper- und Muskelspannung. Dementsprechend hatte ich drei Tage lang einen hoellischen Muskelkater. Aber das tat auch mal gut. Die anderen Yoga-Richtungen und -Lehrer waren mir zu viel Meditation und Atmen und Flow und horchen und zu wenig Sport.
Aber ich habs mal getan.

Mein Sprachkurs hat mich auch richtig vorwaerts gebracht. Ich denke insbesondere der Zwang, Vokabeln zu lernen, ist gut fuer mich und das Fortkommen in der Sprache. Denn so viel Grammatik gibts nicht, zumindest nicht fuer einfaches Sprechen. Und seitdem habe ich schon viele positive Rueckmeldungen von Verkaeufern, Taxifahreren, Hotelangestellten bekommen. Die Menschen hier rechnen es einem sehr hoch an, dass man versucht ihre Sprache zu sprechen. Aber nun merke ich jedenTag, dass ich noch viel mehr Vokabeln lernem muss, um ganze Gespraeche fuehren zu koennen. Warum bin ich nur so faul?

Auch sonst habe ich ein paar Ausfluege in die Gegend unternommen, um wenigstens ansatzweise behaupten zu koennen, auch in Bali gewesen zu sein. Aber Bali ist schwierig fuer mich. Es gibt kaum oeffentlichen Nahverkehr, und der wenige, den es gibt, deren Fahrer sind so unverschaemt in ihren Fantasiepreisen, dass ich keine Lust habe mich jedesmal um den korrekten Preis zu steiten. Es gibt fuer alles eigentlich nur spezielle Touristenbusse und Touren, oder man faehrt Moped, was ich nicht kann und mir zu gefaehrlich ist in Suedostasien, um das Lernen auch nur in Erwaegung zu ziehen. Bali ist daher fuer mich keine Top Destination. Da habe ich an so vielen Orten schon schoenere Landschaften gesehen und freundlichere Menschen getroffen.

Alter Herrschertempel Mengwi

Tempel Ulang Dani

Elefantentempel

Tempel Tanah Lot

Offerings in Ubud

Ubud Tempeldetails

Reisterrassen in Bali

Sonnenaufgang am Mount Batur

Und da man nicht ewig in Ubud bleiben will, mussten schon wieder neue Plaene her. Einer der kulturell sicher interessantesten Orte in Indonesien ist Tana Toraja auf Sulawesi. Auch Winnie, die inzwischen von ihrem Trip nach Flores wieder zurueck in Bali ist, hat darueber gelesen. Und so haben wir uns recht spontan entschlossen, uns dorthin aufzumachen. Flug nach Makassar auf Sulawesi gebucht und schon gings auch los. Makassar selbst ist eine grosse Stadt, mit nicht so viel zu sehen und kaum Fussgaengerwegen, aber die Menschen dort sind unglaublich freundlich und finden Auslaender wahnsinnig interessant, so dass man staendig angesprochen und um ein Selfie mit der Person gebeten wird. Und der Zufall wollte es, dass Crisnas Bruder (Crisna, ihr erinnert euch vielleicht, angehende Deutschlehrerin, die ich auf Sumatra kennengelernt hatte) dort lebt. Den haben wir dann getroffen. Gut er sprach kein englisch, sein Freund etwas mehr aber auch nicht so viel, aber er hat uns durch die einzige Attraktion Makassars (Fort Rotterdam – ein paar uebrig gebliebene Mauern einer alten hollaendischen Burg) gefuehrt und dann haben wir noch nen sehr ruhigen Kaffee getrunken. Aber es war trotzdem sehr nett.

Aber am naechsten Tag gings nach Tana Toraja. Fuer die 7 bis 9 stuendige Fahrt haben wir uns fuer den Bus am Tag entschieden, um auch was von der Landschaft zu sehen. Und das hat sich ausgezahlt. Ich habe lange nicht so schoene Landschaften – ein Mix aus Meer, Ebenen und dann hinein in die Berge, erst karstig, dann eher sanft huegelig geschwungen – an mir vorbeiziehen sehen. Am liebsten haett ich mir meinen Wanderrucksack und Zelt geschnappt und waer losgestiefelt…

So und nun zur Kultur in Tana Toraja. Als erstes faellt die besondere Hausform auf. An den Koerper frueherer Handelsschiffe erinnernd, reckt sich das Dach an beiden Enden weit in den Himmel, wobei der Hauskoerper auf Stelzen gesetzt ist, immer in einer Nord-Sued-Ausrichtung stehend. An der Vorderfront befinden sich eine ganze Reihe von Wasserbueffelhoernern und dem Haus gegenueber stehen die Reisaufbewahrungsschuppen in gleicher Form nur etwas kleiner.


Der Tod spielt hier eine besondere Rolle und wird mit einer entsprechend aufwaendigen Zeremonie gefeiert. Stirb jemand, wird er erst mal zu Hause aufgebahrt, alle Freunde und Angehoerigen kommen und Schweine (es ist eine christliche Gegend, da ist Schwein essen erlaubt) werden geschlachtet um gemeinsam verspeist zu werden. Ich hoerte von einem Gasthaus in dem die Leiche mal eben in der Rezeption lag, und die armen, an Bambusrohre gebundene Schweine quiekend unter den Fenstern lagen bis sie nicht weniger geraeuschvoll das Ende fanden. Die eigentlich Beerdigung kann nun aber erst stattfinden, wenn a) die Familie genug Geld fuer die sehr ausladene Feierlichkeit hat (dazu gleich mehr) und b) zwischen allen Angehoerigen Harmonie herrscht. Und das kann auch mal bis zu 15 Jahre dauern. Derweil haengt der mumifizierte Leichnam unter der Decke im Haus. Ist es dann soweit, dass a) und b) eintreffen, wird eine 4-taegige Zeremonie gestartet. In Vorbereitung werden Tribuenen mit Daechern auf dem Hof aus Bambus oder Holz errichtet, in denen alle Gaeste Platz finden. Es kommen Hinz und Kunz und jeder muss ein nicht gerade billiges Geschenk (Schwein oder Wasserbueffel) mitbringen, der Wert des Geschenk wird auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Ist es zu billig, wird das von allen bemerkt und es ist wohl peinlich. Die Zeremonie des ersten Tages besteht aus verschiedenen Teilen, z.B. die Toten werden in ihren Saergen, die sich in einer Art Gestell befinden, dass der lokalen Form der Haeuser nachempfunden ist, in einer grossen Prozession, angefuehrt von Bueffelmaennern und echten Bueffeln, gefolgt von den Frauen des Dorfes unter grossem Geschuettele von den Maennern durchs Dorf getragen. Dabei gehts immer vor und zurueck, da die Maenner vorne gegen die hinten ihre Kraefte messen. Desweiteren gibt es Taenze und Gesaenge der Maenner, eine Prozession der Frauen, bei der unter anderem auch Nahrung und Getraenke an die Familie der Hinterbliebenen ueberreicht wird. Es gibt eine Art inszenierte Besprechung, bei der einige Maenner irgendwas beschliessen und sich Gegenseitig bedanken. Und ganz zum Schluss, da werden noch ein paar Wasserbueffel mit kurzen Handgriffen und unter grosser Anteilnahme der Zuschauer getoetet und zerlegt. Das ganze untermalt von einer Musik, die Frauen erzeugen, indem sie mit riesigen Bambusstoecken in eine Art Futtertrog schlagen. Und das ist nur Tag eins. An 4 Tagen werden insgesamt 24 Wasserbueffel getoetet – und deren Hoerner gehen dann an die Vorderfront der Haeuser. Die Bueffel sind sehr wichtig und koennen locker mehrere Tausend Euro kosten. Der Hauptbueffel sollte am besten grosse Hoerner und einen weissen Kopf haben. Man findet daher auf dem Tiermarkt sehr viele halb-Albino-Bueffel. Ausserdem muss es im Idealfall auch noch einen Bueffel mit zwei nach unten gebogenen Hoernern, einem nach unten und einem nach oben gebogenem Horn geben und und und. Der Regeln scheint es unzaehlige zu geben. Und alles dafuer, dass der Verstorbene es gut da oben im Himmel hat. Eine weitere Tradition ist, das aus Holz geschnitzte Puppen in moeglichst Lebensechter Form das Grab bewachen. Diese Tradition ist sehr alt und es gibtrecht viele sehr alte dieser Puppen in der ganzen Gegend zu finden. Der Sarg selbst wurde zu alten Zeiten teilweise hoch in den Felsen auehaengt, oder – und das gibts heute auch noch – in in den Felsen geschlagenen Hoehlen gelegt. Auch eher modernere Grabstaetten findet man heute, die aber alle von der Groesse kleinerer Haeuser sind.





Haengende Graeber

Markt – Tiere und mehr

Eine besondere Bestattung kam und sehr selten kommt auch heute noch fuer Babies (die noch nicht gezahnt haben) zur Anwendung. In einen grossen Baum wird ein Loch in den Stamm geschlagen, in den der kleine Koerper gelegt wird. Ueber das Loch wird eine Matte aus Naturmaterial gelegt. Ueber die Jahre waechst der Baum und das Loch schliesst sich ggf, auf jeden Fall aber waechst es mit dem Baum in die Hoehe. Es ist schon ein sehr beklemmendes Gefuehl neben einem solchen Baum zu stehen, in den mehrere kleine Kinderkoerper eingewachsen sind.

Und das alles kann man sich selbst erlaufen, in grandiosen Landschaften und mit super netten Menschen.

Aber bevor Winnie und ich all dies erlebt haben, gabs erst mal eine Erkenntnis. Nachdem wir also am ersten Abend recht spaet ankamen und nur noch kurz was essen wollten, sind wir in den ersten Laden rein, der was anbot. Alle anderen Besucher der Kneipe waren schon beim alkoholischen Getraenk – dem Palmwein – angekommen. Ein kurzer Blick in die Toepfe und eine Nachfrage, was es sei, liessen mich kurz denken, ich haett beim Vokabellernen nicht richtig aufgepasst. Sagte der doch tatsaechlich das Wort, von dem ich mir sicher war, dass es Hund heisst… Etwas unsicher und mit dem Huehnchen vorliebnehmend genossen wir unser Essen, beobachtet von ca 20 schon leicht angeheiterten Maennern. Zurueck in der Unterkunft musste ich aber leiser feststellen, dass ich korrekt Vokabeln gelernt habe. In Tana Toraja isst man Hund. Und zwar nicht irgendwelche gezuechteten, sondern die, die der Hundeschlachter auf der Strasse aufgabelt, teilweise aus Makassar importiert, da es dort einfach mehr Strassenhunde gibt… Nein Danke. Ich bin ja probierfreudig, aber das ging nicht.

Aber trotzdem war es ein guter Aufenthalt. Die Landschaft ist schoen und die Menschen wahnsinnig nett. Der Abschied fiel schwer, vor allem weil schon wieder geplant werden musste. Winnie wollte weiter gen Norden, in Richtung kleiner Inseln. Das ist ja eh nicht so meins, ich war noch „satt“ von den Gilis. Auch war irgendwie meine Abenteuerlust zum Erliegen gekommen. Weihnachten und Neujahr standen vor der Tuer. Ich wollte Entspannung, Ruhe, Freunde um mich. Ums kurz zu machen, so bin ich wieder nach Sumatra und habe alte bekannte getroffen und neue Freunde gefunden. 2 entspannte Wochen, ohne viel zu tun am Toba-See, ein paar Tage im Dschungel bei den Orang Utans, diesmal gab es sogar noch einen Schwarzgibbon obendrauf, und ein paar Tage bei Crisna zu Hause. Und dann war mein 60-Tages-Visum auch schon wieder rum… Die Zeit rennt.





Und ich musste natuerlich wieder Plaene machen. Und weil ich das indonesisch nicht wieder vergessen sondern lieber noch vertiefen will, habe ich nach einer kurzen Nacht in Kuala Lumpur den Flieger gen Jakarta auf Java bestiegen und hier bin ich nun. Gerade mal 20 Tage bleiben mir Zeit, Java zu erkunden. Bei meinem Tempo sind da gerade mal 3-4 Stopps drin.

Und etwas Recherche muss ich auch noch taetigen fuer meinen allerletzten Reisemonat Februar. Und am 27.2. bin ich dann wieder daheim 🙂

Ueber Jakarta und was sonst noch so kommt, werde ich dann beim naechsten Mal berichten.